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BUND: Schwarzer Schnee am Tagebau hat „es in sich“!

Der BUND Brandenburg hat eine Probe des Staubsturms der zwischen dem 15. und 17. März in Proschim am Tagebau Welzow Süd niederging analysieren lassen. Die Proben enthalten neben anderen Stoffen Blei, Arsen und Quecksilber.

Während des Kälteeinbruches Mitte März kam es am Braunkohletagebau Welzow zu einer starken Verwehung von Staub, der vor allem in Proschim und der Stadt Welzow niederging. Die Anwohner sprachen damals von „schwarzem Schnee“.

Brandenburg will abgesagte Braunkohle-Tagebaue nicht endgültig ausschließen

Der Umweltverband GRÜNE LIGA kritisiert, dass die Brandenburger Landesregierung für kein einziges der 34 Braunkohlevorkommen die Gewinnung verbindlich im Landesentwicklungsplan ausschließen will. Heute endet die zweite Öffentlichkeitsbeteiligung zum Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg.

"Der zweite Entwurf des Landesentwicklungsplanes ist ein Armutszeugnis. Nicht einmal bereits öffentlich abgesagte Tagebaue wie Jänschwalde-Nord will die Brandenburger Landesregierung verbindlich ausschließen. Die ideologische Prägung der Woidke-Regierung auf die Braunkohle steigert sich damit immer weiter ins Absurde. Man muss daran zweifeln, dass die Landesregierung zum sachlichen Dialog in der geplanten Kohlekommission der Bundesregierung fähig ist." sagt René Schuster, langjähriges Mitglied des Brandenburgischen Braunkohlenausschusses.

Lesung im Wald - Udo Tiffert am Tagebau

Tagebaubetroffene fordern Mitsprache in Kohle-Kommission

Ein Bündnis aus Anwohnern aller drei deutschen Tagebaugebiete fordert Mitsprache in der Kommission ,,Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung", deren Einsetzung durch die Bundesregierung kurz bevor steht. In einem offenen Brief fordern die Tagebaubetroffenen Wirtschaftsminister Peter Altmaier auf sicherzustellen, dass sie mindestens zwei Sitze in der Kommission erhalten. Bürgerinitiativen, Ortsvorsteher, Seelsorger und Ärzte beklagen in dem Brief, dass Bundes- und Landesregierungen die Interessen von Tagebaubetroffenen bislang nicht berücksichtigt haben. Der Brief ging parallel auch an Umweltministerin Svenja Schulze, Arbeitsminister Hubertus Heil und Innenminister Horst Seehofer, die die Arbeit der Kommission gemeinsam mit Altmaier steuern sollen.

Sulfatprognose: Auch Verringerung des aktiven Bergbaus muss geprüft werden

Anlässlich des heutigen Berichtes des brandenburgischen Umweltministeriums im Umweltausschuss zum Thema "Bewertung der Sulfatprognose mit Blick auf die Auswirkungen auf Trinkwasserwerke" hat der BUND Brandenburg Forderungen für die Weiterentwicklung und Nutzung des Prognosemodells vorgelegt.

Das Sulfatprognosemodell wurde im Herbst letzten Jahres vorgestellt. In den nächsten Monaten sollen mit diesem verschiedene Szenarien berechnet werden, um die Entwicklung der Gefährdung des Trinkwassers durch Sulfat besser einschätzen zu können. Außerdem soll das Modell eine bessere Steuerung der sogenannten "Bewirtschaftungsmaßnahmen" erlauben. Das sind vor allem Verdünnungs- und Staumaßnahmen, die zwar die Sulfatbelastung in gewissem Maße beeinflussen können, aber nicht die Ursache des Problems - zu 65 Prozent der aktive Bergbau - angehen. Erste Prognosen zeigen, dass eine reine Symptombehandlung in Zukunft nicht mehr ausreichen könnte. "Es ist grundsätzlich zu begrüßen, dass das neue Sulfatprognosemodell vorliegt. Jetzt muss dieses Instrument genutzt werden, um die Sulfatbelastung in der Spree in verschiedenen Szenarien abzubilden", erklärt Axel Kruschat, Geschäftsführer des BUND Brandenburg. "Hier ist explizit auch zu untersuchen, wie sich eine Verringerung des aktiven Tagebaus in den nächsten Jahrzehnten auf die Gewässerverschmutzung auswirken würde. Wenn sich dabei herausstellt, dass die Sulfat-Zielwerte in der Spree nur mit Eingriffen in die Tagebauführung zu erreichen sind, müssen dem Bergbaubetreiber im Rahmen von Genehmigungen dementsprechende Auflagen gemacht werden."

LEAG schweigt zu Laufzeit des Tagebaues Jänschwalde - Genehmigung bis 2019 befristet

Die bergrechtliche Genehmigung des LEAG-Braunkohletagebau Jänschwalde läuft bereits 2019 aus. Dass bisher kein Verlängerungsantrag vorliegt, wollte die LEAG In der gestrigen Sitzung des Brandenburgischen Braunkohlenausschusses nicht kommentieren. Bisher war ein Betrieb bis 2023 angekündigt.

"Es ist ungewöhnlich, wenn 21 Monate vor dem Auslaufen der Genehmigung kein Antrag auf Verlängerung gestellt ist und die LEAG Fragen dazu nicht beantwortet. Beim Tagebau und Kraftwerk Jänschwalde kommen für das Unternehmen offensichtlich auch ganz andere Varianten in Frage, als in seinem offiziellen Revierkonzept dargestellt."sagt René Schuster, Braunkohle-Experte der GRÜNEN LIGA.

Zum Weltaktionstag der Flüsse am 14. März 2018 - Klare Sache: Spree soll sauber bleiben!

Zum Weltaktionstag der Flüsse 2018 weisen die Landesverbände des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Berlin und Brandenburg auf die zentrale Rolle der Spree für die hiesige Trinkwasserversorgung sowie Tier- und Pflanzenwelt hin.

Die Einhaltung der Sulfat-Grenzwerte für aus der Spree gewonnenes Trinkwasser stellt die Wasserbetriebe vor eine Herausforderung, welche neue Investitionen erfordert. Aus Sicht des BUND sollten die Berliner und Brandenburger Wasserwerke diese Kosten nicht alleine tragen müssen.

Letztes Jahr haben BUND Berlin und Brandenburg zusammen mit zahlreichen Umweltorganisationen im Rahmen der Petition "Rettet unser Wasser" über 25.000 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern gesammelt. Ziel des Unterfangens ist, für einen besseren Schutz des Trinkwassers vor der Sulfatbelastung und eine Verteilung der Kosten nach dem Verursacherprinzip einzustehen.

"Wir fordern, dass die Landesregierungen in Berlin und Potsdam die LEAG zur finanziellen Verantwortung ziehen. Verschmutzer müssen zahlen", sagt Diane Le Naour, Sprecherin des Arbeitskreises Klima und Erneuerbare Energien vom BUND Berlin.
Der eisenhaltige Schlamm setzt sich am Gewässerboden ab und erstickt jegliches Leben. Diese sogenannte Verockerung der Spree bedroht sogar den Spreewald mit seiner wertvollen Natur und dem Tourismus. Der Schlamm ist außerdem laut Untersuchungen des BUND Brandenburg stark mit Schwermetallen und Arsen belastet.

Sulfat im Trinkwasser: Reine Symptombehandlung reicht nicht!

Anlässlich der morgen stattfindenden "Sulfatgespräche", bei welchen das im November 2017 fertiggestellte Sulfatprognosemodell besprochen werden soll, fordert der BUND Brandenburg eine Berücksichtigung der Auswirkungen von künftigen Tagebauplanungen im weiteren Prozess.

Die Gespräche, bei denen sich Berlin und Brandenburg zum Umgang mit den Sulfat- und Eisenhydroxidbelastungen aus den ehemaligen und aktiven Braunkohletagebauen in den Gewässern der  Lausitz verständigen, finden am 1. Februar zum vierten Mal statt. Der Umweltverband kritisiert, dass bei diesen Gesprächen laut dem letzten Zwischenbericht "die Thematik der Energieversorgung aus Braunkohleförderung" keine Fragestellung der Gespräche darstelle.

Wer zahlt für die Sulfatwelle?

Am 1. Februar findet der sogenannte Sulfatgipfel statt. Dort diskutieren VertreterInnen des Berliner Senats und der Brandenburger Landesregierung sowie des Bergbaukonzerns LEAG, der Verwaltungsgesellschaft LMBV und der Wasserbetriebe aus Berlin und Frankfurt/Oder die Ergebnisse des Sulfatprognosemodells. Zu dessen Inhalten, die seit Dezember 2017 öffentlich sind, erklärt Oliver Powalla (Sprecher von Kohleausstieg Berlin):

"Die Kohleverschmutzung der Spree stellt ein anhaltendes Risiko für das Berliner Trinkwasser dar.  In keinem einzigen Monat werden die geltenden Emissionsrichtwerte für Sulfat eingehalten. Im Extremfall werden die Sulfatwerte mit prognostizierten 316 mg/L sogar über den bisherigen Messungen liegen. Die Sulfatprognose bezeugt das völlige Versagen des Gewässerschutzes in Berlin und Brandenburg, die zuständigen Behörden haben vor den Profitinteressen des Braunkohlekonzerns LEAG kapituliert. Der Senat sollte die richtigen Schlüsse aus der Sulfatprognose ziehen. Er darf nicht zulassen, dass die Emissionsrichtwerte durch die Brandenburger Landesregierung nun erhöht werden. Wer die Verschmutzung der Spree kaschiert, anstatt sie zu beheben, nimmt jeglichen Druck von der LEAG Sulfateinträge zukünftig zu reduzieren oder besser noch zu vermeiden."

Kohlebergbau einschränken – nicht den Trinkwasserschutz

Wasserwerk kündigt rechtliche Schritte gegen LEAG-Tagebausee an

Der Umweltverband GRÜNE LIGA fordert die Landesregierung auf, keine Aufweichung ihrer Sulfat-Richtwerte für die Spree zuzulassen und stattdessen nötigenfalls den Braunkohlebergbau einzuschränken. Damit reagiert der Verband auf die Ankündigung der Frankfurter Wasserwerke, juristisch gegen den vom Kohlekonzern geplanten Cottbuser Tagebausee vorzugehen.

"Die Befürchtungen der letzten Jahre haben sich bestätigt: Der Braunkohlebergbau führt zu ernsten Problemen bei der Trinkwasserversorgung. Wenn die Frankfurter Wasserwerke ihre jahrelange Zurückhaltung aufgeben und rechtliche Schritte ankündigen, ist das ein drastisches Zeichen." sagt René Schuster von der GRÜNE LIGA.