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Sulfat im Trinkwasser: Reine Symptombehandlung reicht nicht!

Anlässlich der morgen stattfindenden "Sulfatgespräche", bei welchen das im November 2017 fertiggestellte Sulfatprognosemodell besprochen werden soll, fordert der BUND Brandenburg eine Berücksichtigung der Auswirkungen von künftigen Tagebauplanungen im weiteren Prozess.

Die Gespräche, bei denen sich Berlin und Brandenburg zum Umgang mit den Sulfat- und Eisenhydroxidbelastungen aus den ehemaligen und aktiven Braunkohletagebauen in den Gewässern der  Lausitz verständigen, finden am 1. Februar zum vierten Mal statt. Der Umweltverband kritisiert, dass bei diesen Gesprächen laut dem letzten Zwischenbericht "die Thematik der Energieversorgung aus Braunkohleförderung" keine Fragestellung der Gespräche darstelle.

Wer zahlt für die Sulfatwelle?

Am 1. Februar findet der sogenannte Sulfatgipfel statt. Dort diskutieren VertreterInnen des Berliner Senats und der Brandenburger Landesregierung sowie des Bergbaukonzerns LEAG, der Verwaltungsgesellschaft LMBV und der Wasserbetriebe aus Berlin und Frankfurt/Oder die Ergebnisse des Sulfatprognosemodells. Zu dessen Inhalten, die seit Dezember 2017 öffentlich sind, erklärt Oliver Powalla (Sprecher von Kohleausstieg Berlin):

"Die Kohleverschmutzung der Spree stellt ein anhaltendes Risiko für das Berliner Trinkwasser dar.  In keinem einzigen Monat werden die geltenden Emissionsrichtwerte für Sulfat eingehalten. Im Extremfall werden die Sulfatwerte mit prognostizierten 316 mg/L sogar über den bisherigen Messungen liegen. Die Sulfatprognose bezeugt das völlige Versagen des Gewässerschutzes in Berlin und Brandenburg, die zuständigen Behörden haben vor den Profitinteressen des Braunkohlekonzerns LEAG kapituliert. Der Senat sollte die richtigen Schlüsse aus der Sulfatprognose ziehen. Er darf nicht zulassen, dass die Emissionsrichtwerte durch die Brandenburger Landesregierung nun erhöht werden. Wer die Verschmutzung der Spree kaschiert, anstatt sie zu beheben, nimmt jeglichen Druck von der LEAG Sulfateinträge zukünftig zu reduzieren oder besser noch zu vermeiden."

Kohlebergbau einschränken – nicht den Trinkwasserschutz

Wasserwerk kündigt rechtliche Schritte gegen LEAG-Tagebausee an

Der Umweltverband GRÜNE LIGA fordert die Landesregierung auf, keine Aufweichung ihrer Sulfat-Richtwerte für die Spree zuzulassen und stattdessen nötigenfalls den Braunkohlebergbau einzuschränken. Damit reagiert der Verband auf die Ankündigung der Frankfurter Wasserwerke, juristisch gegen den vom Kohlekonzern geplanten Cottbuser Tagebausee vorzugehen.

"Die Befürchtungen der letzten Jahre haben sich bestätigt: Der Braunkohlebergbau führt zu ernsten Problemen bei der Trinkwasserversorgung. Wenn die Frankfurter Wasserwerke ihre jahrelange Zurückhaltung aufgeben und rechtliche Schritte ankündigen, ist das ein drastisches Zeichen." sagt René Schuster von der GRÜNE LIGA.

Lausitzer Bürger fordern Verkleinerung des Braunkohlentagebaues Jänschwalde

www.ideengruen.de | markus pichlmaierBei eine Protestwanderung gegen den Braunkohletagebau Jänschwalde forderten heute Lausitzer Bürger einen früheren Stop des Tagebaues Jänschwalde. Ein Teil der Teilnehmer zog auch in das geplante Abbaugebiet zu einem von der Enteignung durch den Kohlekonzern LEAG bedrohten Waldgrundstück.

Der Bürgermeister der Gemeinde Schenkendöbern, Peter Jeschke (CDU) erinnerte an die Herbst vom Gemeinderat beschlossene Forderung: „Die Gemeinde Schenkendöbern sieht es als notwendig an, dass durch die Rückverlegung der Abbaukante im Braunkohlenplan ein Fortschreiten der Grundwasserabsenkung nach Norden begrenzt und ein größerer Abstand des Tagebaues Jänschwalde zur Ortslage Taubendorf ermöglicht wird.“

Abriss des Doms von Immerath für Braunkohle: Solidaritätserklärung aus der Lausitz ins Rheinland

Liebe rheinische Bürgerbewegte,

wir Lausitzer Bürger aus Deutschland und Polen haben die Nachricht von der geplanten Sprengung des Doms von Immerath mit Trauer wahrgenommen.

Zeitgleich mit Eurer Mahnwache führen wir am 7. Januar eine Protestwanderung gegen den Tagebau Jänschwalde durch. Der erste Sonntag des Jahres ist der Termin, an dem sich seit 2008 jedes Jahr die Einwohner von Grabko, Kerkwitz und Atterwasch zum Sternmarsch gegen ihre Umsiedlung trafen. Im März 2017 gab der Kohlekonzern nach 10 Jahren Widerstand dieses Vorhaben auf. Auch nach diesem riesigen Sieg bleiben viele Menschen in den geretteten drei Dörfern aktiv. Es ist uns auch wichtig, die Betroffenen der anderen Tagebaue und Kohlereviere weiter in ihrem Widerstand zu unterstützen.

Am Sonntag Protestwanderung gegen Braunkohletagebau

Am Sonntag, den 7. Januar findet eine Protestwanderung gegen vom Braunkohletagebau Jänschwalde verursachte Schäden statt, zu der Anwohner und Umweltverbände einladen. Ab 13 Uhr wandern die Teilnehmer von Kerkwitz in den von der Tagebaurandlage bedrohten Nachbarort Taubendorf. Am ersten Sonntag des Jahres finden bereits seit 2008 regelmäßig kohlekritische Proteste in der Lausitz statt.

"Die Beeinträchtigung von Seen und Schutzgebieten durch die Grundwasserabsenkung des Tagebaus ist für die Menschen vor Ort offensichtlich. Für die Verschleierungs- und Verzögerungstaktiken des Kohlekonzerns und der Bergbehörde gibt es keinerlei Verständnis." gibt René Schuster vom Umweltverband GRÜNE LIGA die Stimmung in der Region um den Tagebau wider.

Protestwanderung gegen Tagebauschäden von Kerkwitz nach Taubendorf am 7. Januar

Tradition der jährlichen Sternmärsche wird fortgesetzt

Für Sonntag, den 7. Januar laden Anwohner und Umweltgruppen zu einer Protestwanderung gegen Tagebauschäden ein. Am traditionellen Termin des Sternmarsches gegen neue Tagebaue gibt es in diesem Jahr eine Winterwanderung von Kerkwitz nach Taubendorf.

Kohlekonzern EPH erpresst deutsche Politik

GRÜNE LIGA fordert Anordnung von Sicherheitsleistungen und macht Landeswirtschaftsminister persönlich verantwortlich

Der Umweltverband GRÜNE LIGA fordert die Landes- und Bundespolitik auf, sich nicht vom Braunkohlekonzern erpressen zu lassen. Laut einem heute veröffentlichten Interview im Wirtschaftsmagazin "Capital" will EPH nur dann für die Tagebaufolgekosten ihrer Tochterfirma LEAG Verantwortung übernehmen, wenn die deutsche Politik gleichbleibende Geschäftsbedingungen für die Braunkohle garantiert.

"Der tschechische Energiekonzern EPH benutzt sein verschachteltes Firmenkonstrukt offenbar, um die deutsche Politik zu erpressen. Dem Konzern müssen jetzt sofort entschlossen die Grenzen aufgezeigt werden." fordert René Schuster, Braunkohle-Experte der GRÜNEN LIGA.

Tagebau Jänschwalde entwässert mehrere Seen

GRÜNE LIGA fordert Stop der Grundwasserabsenkung

Der Umweltverband GRÜNE LIGA fordert das Land Brandenburg auf, keine weitere Ausbreitung der Grundwasserabsenkung durch Kohletagebaue mehr zuzulassen. Das Umweltministerium hat gestern abend gegenüber dem RBB bestätigt, dass der Wasserspiegel von insgesamt sieben Seen im Umland der Stadt Guben durch den Tagebau Jänschwalde absinkt. Eindeutige Tagebaufolgen gibt es demnach beim Pastlingsee, Großsee, Kleinsee und Pinnower See, beim Schenkendöberner und Deulowitzer See schließt das Landesamt sie nicht mehr aus.

Brandenburg blamiert sich bei Umweltministerkonferenz

Braunkohle-Pläne der Landesregierung blockieren Umsetzung des Pariser Klimaabkommens

Mit zwei schematischen Personenumrissen, die den Pro-Kopf-Ausstoß von Brandenburg und Deutschland in Form von Luftballonen anzeigen, protestiert die Greenpeace Regio Ost heute vor der Umweltministerkonferenz gegen die Energiepolitik der brandenburgischen Landesregierung. Die Aktivisten adressieren den Umweltminister direkt mit einem 1,5 × 3 m großen Banner: "Klimaziele beibehalten - nur so klappt's mit Paris, Herr Vogelsänger!" Brandenburg hat dieses Jahr turnusgemäß den Vorsitz der Konferenz, zu der sich die UmweltministerInnen der deutschen Bundesländer heute in Potsdam treffen.